
Was dort steht. Ein Gewerbespeicher vom Typ Huawei LUNA2000-200KWH-2H1: Zellen aus Lithium-Eisenphosphat, 193,5 kWh maximale Batteriekapazität, 100 kW Nennleistung, angeschlossen über einen Umrichter auf der 400-Volt-Seite.1 Er steht an einer Photovoltaikanlage mit 100 kW, die es schon vorher gab.
Für wen er arbeitet. Betrieben wird er nicht von einem Industriebetrieb, sondern von einer Privatperson, die den Strom gewerblich weitergibt — an die Mitglieder einer Energiegemeinschaft. In Österreich können sich Erzeuger und Verbraucher so zusammenschließen und Strom aus ihren Anlagen gemeinsam nutzen.
Die staatliche Koordinationsstelle beschreibt, wofür ein Speicher darin taugt: Er gleicht aus, dass eine Photovoltaikanlage mittags erzeugt und die Mitglieder abends verbrauchen. Sie rät zugleich, ihn nicht automatisch einzuplanen, sondern dort, wo regelmäßig mehr Strom erzeugt als zeitgleich verbraucht wird.2 Genau dafür steht der Speicher in St. Egyden: Er nimmt auf, was die Anlage über den gleichzeitigen Bedarf hinaus erzeugt, und gibt es ab, wenn Betreiber und Gemeinschaft es brauchen.
Wer was gemacht hat. Unser Teil waren Beratung und Konzept, die Beschaffung, die Logistik und die Inbetriebnahme. Aufgestellt und angeschlossen haben wir gemeinsam mit einem Partner vor Ort. So arbeiten wir auch bei großen Projekten: Wir strukturieren und koordinieren, ausgeführt wird mit Partnern aus unserem Netzwerk.
Was schwierig war. Die Logistik. Der Speicher gehört zu einer älteren, luftgekühlten Baureihe, bei der Gehäuse und Batteriemodule getrennt ankommen. Die Module — laut Datenblatt jedes bis zu 140 kg schwer — werden erst am Aufstellort in die Racks eingeschoben. Das heißt: zwei Lieferungen, die zeitlich zusammenpassen müssen, und ein Montageschritt am Standort statt eines fertig bestückten Schranks. Der elektrische Anschluss an die vorhandene Anlage hat dagegen auf Anhieb gepasst.
Für die Planung heißt das: Anlieferung, Hebezeug und Einbau der Module sind ein eigener Arbeitsschritt mit eigenem Termin — kein Anhang der Lieferung.

Die Zahl im Modellnamen. Der Speicher gehört zur 200-kWh-Klasse; das Datenblatt nennt 193,5 kWh als maximale Batteriekapazität. Für die Klasse steht der Name, gerechnet wird mit dem Datenblatt. Für die Wirtschaftlichkeit zählt am Ende die Energie, die im freigegebenen Ladebereich tatsächlich entnommen werden kann — und die kann noch einmal darunter liegen. Wer Angebote vergleicht, vergleicht deshalb Datenblätter, nicht Modellnamen.
Was 100 kW zu 193,5 kWh bedeuten. Das Verhältnis entspricht einer C-Rate von rund 0,5; die Batteriemodule sind laut Datenblatt für höchstens 0,5 C ausgelegt. Bei voller Leistung ist der Speicher also in knapp zwei Stunden geladen oder entladen. Das passt zu seiner Aufgabe: Strom vom Mittag in den Nachmittag und Abend zu verschieben, wenn die Gemeinschaft ihn verbraucht.
Die Anlage
Technische Kennwerte laut Herstellerdatenblatt.1
- Standort
- St. Egyden bei Velden am Wörthersee, Kärnten
- In Betrieb seit
- August 2025
- Einsatz
- Energiegemeinschaft und Eigenverbrauch
- Photovoltaik
- bestehende Anlage mit 100 kW
- Speichersystem
- Huawei LUNA2000-200KWH-2H1
- Zellchemie
- Lithium-Eisenphosphat
- Maximale Batteriekapazität
- 193,5 kWh
- Nennleistung
- 100 kW
- Umrichter
- LUNA2000-100KTL-M1, 400 V, ohne Transformator
- Temperierung
- Batterie über ein Industrie-Klimagerät; Umrichter und Rack-Controller luftgekühlt
- Schutzart
- IP55
- Unsere Leistung
- Beratung und Konzept, Beschaffung, Logistik, Inbetriebnahme; Montage mit einem Partner vor Ort
Quellen
Quellen zuletzt abgeglichen am
- Huawei Digital Power: LUNA2000-200KWH-2H1 Smart String ESS, Datenblatt. Stand 2022-11-18. Zur Quelle
- Österreichische Koordinationsstelle für Energiegemeinschaften (Klima- und Energiefonds): Speichereinbindung in Energiegemeinschaften. Stand 2026-09. Zur Quelle