Day-Ahead-Preis und Ladezustand am 5. September 2025Day-Ahead-Preise am 5. September 2025, Marktgebiet Deutschland/Luxemburg, Stundenwerte. Ein Handelstag ohne Besonderheit: flaches Mittagstal, Abendspitze am frühen Abend, keine negative Stunde. Geladen wird 12 bis 16 Uhr zu durchschnittlich 75 Euro je Megawattstunde, eingespeist 18 bis 22 Uhr zu 133 Euro. Darunter der Ladezustand des Speichers von null bis hundert Prozent.

Großspeicher am Netz — allein oder neben einer Erzeugungsanlage.

Ein Speicher vor dem Zähler arbeitet für den Markt und für das Netz. Welche der beiden Aufgaben überwiegt, entscheidet die Auslegung — nicht umgekehrt.

Projekt besprechen

Day-Ahead-Preise im Marktgebiet Deutschland/Luxemburg, Stundenwerte.1 Darunter ein Speicher mit vier Stunden Kapazität, ein Zyklus am Tag: laden in den vier günstigsten Stunden, einspeisen in den vier teuersten. Ohne Wirkungsgradverluste, Netzentgelte und Vermarktungskosten.

2,4GW2
Großbatteriespeicher am Netz in Deutschland, Oktober 2025
842MW3
Zubau 2025, nach 450 MW im Jahr 2024
4,9GW4
Projekte über 1 MW im Marktstammdatenregister als „in Planung“ eingetragen

Die Auslegung folgt der Aufgabe

Leistung und Kapazität sind zwei Größen, und ihr Verhältnis — die C-Rate — bestimmt, welche Märkte ein Speicher bedienen kann. Ein Speicher mit hoher Leistung und wenig Kapazität eignet sich für Regelenergie (PRL/SRL/MRL); einer mit vier Stunden Entladedauer für Arbitrage über den Tag.

Die Entscheidung fällt vor der Bestellung, nicht danach. Sie hängt an drei Dingen: der verfügbaren Anschlusskapazität, der erwarteten Entwicklung der Spreads und der Vermarktungsstrategie.

Wir rechnen deshalb Varianten, bevor wir eine Leistung festlegen — auch dann, wenn der Netzverknüpfungspunkt theoretisch mehr zuließe.

Betriebsarten

In der Praxis kombiniert ein Speicher mehrere davon. Die Frage ist die Priorität, nicht die Ausschließlichkeit.

BetriebsartWas der Speicher tutTypische AuslegungAbhängig von
ArbitrageLaden bei niedrigen, einspeisen bei hohen Preisen am Day-Ahead- und Intraday-Markt2 bis 4 Stunden EntladedauerSpread, Zyklenzahl, Prognosegüte
Regelenergie (PRL/SRL/MRL)Vorhalten und Abrufen von Primär-, Sekundär- oder Minutenreservehohe C-Rate, kurze EntladedauerPräqualifikation, Verfügbarkeit, Marktpreise
Netzdienlicher BetriebAufnehmen von Erzeugung, die sonst abgeregelt würde; Entlastung von EngpässenstandortabhängigNetzsituation, vertragliche Regelung
SpannungshaltungBereitstellung oder Aufnahme von Blindleistung am Netzverknüpfungspunktunabhängig von der KapazitätAnforderungen nach VDE-AR-N 4110
Netzbildender BetriebVorgabe von Spannung und Frequenz statt Folgen des Netzeserfordert geeignete WechselrichterNetzbetreiberanforderung, Zertifizierung

Schwarzstartfähigkeit ist technisch möglich, aber ein Sonderfall mit erheblichem Zusatzaufwand in Steuerung und Schutztechnik. Wir planen sie nur ein, wenn ein Netzbetreiber sie ausdrücklich nachfragt.

Marktmechanik — wie der Preis entsteht

Alle Kraftwerke nach Grenzkosten sortiert, die Nachfrage als Senkrechte darüber. Wo beide sich schneiden, steht der Preis — und zwar für alle, auch für die billigen.

Ein vereinfachtes Modell, kein Abbild des Marktes. Kraftwerkspark, Verfügbarkeiten und Grenzkosten schwanken täglich; Importe, Fahrpläne, Netzengpässe und Regelenergie sind nicht abgebildet. Was diese Grafik zeigt, ist der Mechanismus — nicht der Preis von morgen.

Diese Grafik braucht JavaScript. Ohne sie bleibt der Text darunter vollständig: Kraftwerke werden nach Grenzkosten aufgerufen, und das teuerste noch benötigte setzt den Preis für alle.

Jedes Kraftwerk hat Grenzkosten: was eine zusätzliche Megawattstunde kostet, wenn die Anlage ohnehin steht. Für Wind und Photovoltaik ist das null — sie haben keinen Brennstoff. Für ein thermisches Kraftwerk ist es der Brennstoff geteilt durch den Wirkungsgrad, plus der CO2-Preis für die dabei entstehenden Emissionen.

Die Börse ruft die Kraftwerke in dieser Reihenfolge ab, von links nach rechts, bis die Nachfrage gedeckt ist. Das letzte, das noch gebraucht wird, setzt den Preis — für alle. Ein Windpark bekommt in dieser Stunde denselben Preis wie das Gaskraftwerk am Rand.

Schieben Sie die Einspeisung aus Wind und Photovoltaik nach oben. Die Treppe wandert nach rechts, die teuren Kraftwerke fallen aus dem Markt, der Schnittpunkt rutscht nach unten. Das ist der Merit-Order-Effekt, und er ist der Grund, warum ein sonniger Mittag billiger ist als ein windstiller Abend.

Markträumender Preis

—

Alle Annahmen, offen
Woher die Leistungen kommen
Nettonennleistung der Marktkraftwerke im Betrachtungszeitraum 2025/2026, aus der Feststellung des Netzreservebedarfs der Bundesnetzagentur.6
  • Braunkohle 14.700 MW, Steinkohle 8.621 MW, Erdgas 27.758 MW, Mineralölprodukte 1.650 MW
  • Abfall 1.876 MW, Kuppelgas 2.012 MW und Sonstige 335 MW als ein Block: Ihr Brennstoff ist Nebenprodukt oder Entsorgung, sie fahren unabhängig vom Preis
  • Wind und Photovoltaik: installiert rund 68,1 GW an Land und 116,8 GW Photovoltaik Ende 20257, dazu 10,8 GW auf See zur Jahresmitte 20268 — der Regler zeigt die Einspeisung, nicht die installierte Leistung
Woher die Grenzkosten kommen
Grenzkosten = Brennstoff geteilt durch Wirkungsgrad, plus CO2-Preis mal Emissionsfaktor geteilt durch Wirkungsgrad, plus variable Betriebskosten. Brennstoffpreise und der voreingestellte CO2-Preis stammen aus derselben Quelle wie die Leistungen — es sind die Annahmen, mit denen die Bundesnetzagentur die Einsatzreihenfolge selbst rechnet.6
  • Erdgas 41,21 €/MWh Brennstoffwärme, Steinkohle 14,04, Braunkohle 3,00, Mineralöl 40,85
  • Emissionszertifikate 73,36 €/t
  • Emissionsfaktoren je MWh Brennstoffwärme: Braunkohle 0,399 t, Steinkohle 0,337 t, Erdgas 0,201 t, Heizöl schwer 0,286 t9
Die Wirkungsgrade sind Setzungen
Sie sind der einzige Teil des Modells ohne Quelle. Je Energieträger steht eine Spanne vom besten zum schlechtesten Block, und die Stufe läuft linear dazwischen — ein Energieträger ist im deutschen Park kein Kraftwerk, sondern ein Jahrgangsgemisch. Ohne diese Steigung wäre eine 27,8 GW breite Gasstufe eine einzige waagerechte Linie, und nichts würde sich bewegen. Die Werte stehen in content/meritorder.json und nicht im Code, damit man sie ändern kann.
Die Reihenfolge ist nicht fest
Sie wird bei jedem Reglerstand neu sortiert, und das ist der Kern der Sache. Braunkohle stößt je MWh Brennstoffwärme doppelt so viel CO2 aus wie Erdgas. Ziehen Sie den CO2-Preis weit genug nach oben, und Braunkohle wandert hinter Erdgas nach rechts. Das ist keine Aussage über Energieträger, sondern eine Division.
Warum keine Kernkraft in der Liste steht
Weil sie in Deutschland nicht mehr am Netz ist: Die letzten drei Blöcke gingen am 15. April 2023 vom Netz, und die Quelle dieser Leistungen führt sie folgerichtig nicht mehr. In einer Merit-Order für Frankreich stünde sie weit links, direkt hinter den Erneuerbaren — der Brennstoff kostet dort rund 1,4 € je MWh Brennstoffwärme, und CO2-Zertifikate braucht sie keine. Das ist keine Aussage über Kernkraft, sondern über die Stelle, an der ihre Grenzkosten sie einsortieren. Dasselbe gilt für jeden anderen Energieträger auf dieser Achse.
Was unter null passiert
Übersteigt die Einspeisung aus Wind und Photovoltaik die Last, gibt es keinen Schnittpunkt mehr. Der Preis, der sich dann bildet, ist keine Grenzkostenfrage, sondern die Zahlungsbereitschaft dafür, nicht abschalten zu müssen. Dafür steht im Modell eine Gerade mit Boden: 6 € je Megawattstunde und Gigawatt Überschuss, gedeckelt bei −150. Das ist eine Setzung und keine Messung — die Richtung stimmt, die Zahl ist gegriffen.
Die Speicherebene
13,1 GW: 10.689 MW Pumpspeicher und Speicherwasser6 plus 2,4 GW Großbatteriespeicher, Stand Oktober 2025.2 Unter 25 €/MWh lädt der Speicher, über 95 €/MWh speist er ein; dazwischen steht er still. Die beiden Schwellen sind gegriffen und ersetzen eine Optimierung über den Tag, die diese Grafik nicht leisten kann.
  • Pumpspeicher stehen deshalb nicht im Angebot der Treppe — sonst zählten sie doppelt.
  • Was der Speicher hier tut, ist genau das, was er am Markt tut: Er kauft unten und verkauft oben. Dass er dabei den Preis unten hebt und oben senkt, ist keine Nebenwirkung, sondern dieselbe Bewegung von der anderen Seite.
Was fehlt
Importe und Exporte, Kraftwerksausfälle und Revisionen, Wärmebindung von Heizkraftwerken, Anfahrkosten und Mindestlaufzeiten, Netzengpässe, Regelenergievorhaltung, der Intraday-Handel und jede Erwartung an den nächsten Tag. Jedes davon verschiebt reale Preise, und keines ändert den Mechanismus, um den es hier geht.

Colocation — den Anschlusspunkt zweimal nutzen

Bei Colocation teilen sich Speicher und Erzeugungsanlage einen Netzverknüpfungspunkt. Das spart die teuerste und langwierigste Einzelposition eines Projekts: den neuen Netzanschluss.

Der zweite Effekt ist betrieblich. Eine Photovoltaikanlage erzeugt mittags mehr, als die Anschlussleistung durchlässt; ein Speicher nimmt diesen Überschuss auf und speist ihn abends ein. Aus abgeregelter Erzeugung wird verkaufte Erzeugung.

Der Haken liegt in der bilanziellen Abgrenzung, wenn die Erzeugungsanlage eine EEG-Vergütung erhält. Diese Frage regelt die Festlegung MiSpeL, deren Inkrafttreten zum 1. Oktober 2026 vorgesehen ist.10 Bis dahin — und in der Übergangszeit danach — muss jedes Konzept beide Regime aushalten.

Das Netzanschlusspaket sieht zudem vor, dass Speicher in Colocation mit Erneuerbaren-Anlagen vorrangig angeschlossen werden können.11 Damit wird aus einem Kostenvorteil ein Zeitvorteil.

Ein Anschluss, zwei Anlagen

Schaltbild: Speicher und Photovoltaik am gemeinsamen NetzverknüpfungspunktPhotovoltaikBestandsanlageBatteriespeicherWechselrichter und BatterieSammelschiene NiederspannungTransformatorMessungNetzverknüpfungspunktMittelspannungsnetzEin Anschluss, zwei Anlagen: Der Speicher nutzt den vorhandenen Netzverknüpfungspunkt mit.
Vereinfachtes Schaltbild einer Colocation. Der Speicher nutzt Transformator, Messung und Netzverknüpfungspunkt der Bestandsanlage mit.

Colocation mit verschiedenen Erzeugungsarten

Ob Solarpark, Windpark, Biogasanlage oder Kraftwerk: Wo ein Anschluss besteht, kann ein Speicher ihn ein zweites Mal nutzen.

ErzeugungWas der Speicher löstBesonderheit
PhotovoltaikMittagsspitze aufnehmen, abends einspeisenDer häufigste Fall. Erzeugungsprofil und Preisprofil sind gegenläufig — das ist der ganze Geschäftszweck.
WindPrognosefehler glätten, Einspeisung verstetigenWeniger regelmäßig als Photovoltaik, dafür ganzjährig. Erfordert größere Kapazität für denselben Effekt.
Biogas und BlockheizkraftwerkFahrweise von der Vermarktung entkoppelnDie Anlage kann wärmegeführt fahren, der Speicher übernimmt die Strommarktoptimierung.
Stillgelegtes Kraftwerk oder Anschluss ohne ErzeugungVorhandene Anschlusskapazität nutzen, etwa an einem stillgelegten StandortPlanungsrechtlich oft einfacher, weil es sich um vorbelastete Flächen handelt.

Von der Fläche zum Netz

Der Ablauf entspricht den Entwicklungsstufen; hier die technische Sicht darauf.

  1. Netzvorprüfung

    Abschätzung der verfügbaren Anschlusskapazität am nächstgelegenen Punkt und des zu erwartenden Baukostenzuschusses.

  2. Konzept und Auslegung

    Leistung, Kapazität, C-Rate, Aufstellung, Transformatorkonzept, Schutzkonzept. Ergebnis ist ein Einlinienschema.

  3. Netzanschlussanfrage

    Einreichung mit vollständigen technischen Angaben. Vollständigkeit entscheidet über die Bearbeitungsdauer.

  4. Genehmigung

    Bauvoranfrage oder Bauantrag, Schall-, Brandschutz- und Artenschutzgutachten, gegebenenfalls Prüfung der Privilegierung nach § 35 BauGB.

  5. Zertifizierungspfad

    Einheitenzertifikate der Komponenten prüfen, Anlagenzertifikat vorbereiten, Zertifizierer vor der Ausführungsplanung einbinden.

  6. Ausführung und Inbetriebsetzung

    Errichtung mit festen Partnern, Konformitätserklärung, Inbetriebsetzung am Netzverknüpfungspunkt.

Häufige Fragen zu Großspeichern

Wer nach dem Lesen anruft, soll mit einer konkreten Frage anrufen — nicht mit einer Grundlagenfrage.

Ab welcher Flächengröße lohnt sich ein Großspeicher?

Die Fläche ist selten der Engpass. Ein Speicher mit 20 MW passt auf rund einen halben Hektar; darstellbar sind Projekte ab etwa 0,3 ha, üblich sind 0,5 bis 2 ha. Entscheidend ist die Entfernung zum Netzverknüpfungspunkt und die dort freie Anschlusskapazität — eine große Fläche ohne Netz ist wertlos, eine kleine am richtigen Punkt nicht. Die Eignungskriterien im Einzelnen stehen auf der Seite für Flächeneigentümer.

Was kostet ein Netzanschluss und wovon hängt das ab?

Zwei Positionen, die oft verwechselt werden. Die Anbindung selbst — Kabel, Trafostation, Schaltfeld, Wegerechte — steigt mit jedem Meter Leitung. Der Baukostenzuschuss (BKZ) an den Netzbetreiber steigt mit der Anschlussleistung und dem örtlichen Leistungspreis; weil dieser je Netzgebiet festgesetzt wird, kann derselbe Speicher an zwei Standorten um ein Vielfaches auseinanderliegen. Eine Hausnummer auf einer Website wäre deshalb irreführend: Die Zahl kommt aus der Netzvorprüfung, und die steht bei uns am Anfang, nicht am Ende.

Was ist ein Baukostenzuschuss und wer zahlt ihn?

Ein einmaliger Beitrag des Anschlussnehmers zu den Kosten des vorgelagerten Netzes; oberhalb der Niederspannung berechnet ihn der Netzbetreiber nach dem Leistungspreismodell. Zahlen muss ihn der Betreiber des Speichers. Dass das auch für Batteriespeicher gilt, hat der Bundesgerichtshof am 15. Juli 2025 bestätigt — obwohl ein Speicher den entnommenen Strom nicht verbraucht, sondern zeitversetzt zurückspeist.12 Weil er standortsteuernd wirkt, schätzen wir ihn vor der Flächensicherung ab und nicht danach; die Einzelheiten stehen in der Regulatorik.

Wie lange dauert ein Netzanschlussverfahren realistisch?

Von der vollständigen Anfrage bis zur Zusage rechnen wir mit 3 bis 18 Monaten, von der Zusage bis zur Baureife mit weiteren 6 bis 18. Die Spanne ist kein Ausweichen — sie hängt am Netzbetreiber, an der Netzebene und daran, ob eine Netzverträglichkeitsprüfung oder ein Netzausbau nötig wird. Beeinflussen lässt sich vor allem die Vollständigkeit der Anfrage: Fehlende Unterlagen kosten mehr Zeit als jede technische Rückfrage. Mit dem Netzanschlusspaket soll ab 2027 nicht mehr die Reihenfolge des Eingangs zählen, sondern der belegbare Reifegrad.11

Was bedeutet VDE-AR-N 4110 konkret für mein Projekt?

Die Anwendungsregel gilt für jede Kundenanlage am Mittelspannungsnetz von 1 bis 60 kV, Speicher eingeschlossen, und beschreibt einen Nachweisweg in drei Schritten: Einheitenzertifikate der Komponenten, Anlagenzertifikat für die geplante Anlage, Konformitätserklärung nach der Errichtung. Ohne Anlagenzertifikat gibt es keine Inbetriebsetzung.13 Der praktische Punkt ist zeitlich: Anforderungen an Blindleistung, Schutzeinstellungen und Netzverhalten bestimmen die Auslegung — wer den Zertifizierer erst nach der Ausführungsplanung einbindet, plant zweimal.

Worin unterscheiden sich netzdienliche und marktorientierte Betriebsweise?

Marktorientiert heißt: Der Speicher fährt nach Preis, lädt bei niedrigen und speist bei hohen Preisen ein. Netzdienlich heißt: Er fährt nach der Lage im Netz, nimmt Erzeugung auf, die sonst abgeregelt würde, und entlastet Engpässe. In der Praxis ist das kein Entweder-oder, sondern eine Rangfolge im Fahrplan und eine Frage des Vertrags mit dem Netzbetreiber. Festlegen muss man sie trotzdem, und zwar vorher — sonst entscheidet im Konflikt der Zufall.

Was ist Colocation und wann lohnt sie sich?

Speicher und Erzeugungsanlage teilen sich einen Netzverknüpfungspunkt. Damit entfällt die teuerste und langwierigste Einzelposition eines Projekts, der neue Netzanschluss. Es lohnt sich fast immer, wenn ein Anschluss vorhanden und nicht ausgelastet ist — bei Photovoltaik besonders, weil Erzeugungs- und Preisprofil gegenläufig verlaufen. Der Haken liegt in der bilanziellen Abgrenzung, solange die Bestandsanlage eine EEG-Vergütung erhält; das regelt die Festlegung MiSpeL, deren Inkrafttreten zum 1. Oktober 2026 vorgesehen ist.10

Braucht ein Batteriespeicher ein Baugenehmigungsverfahren?

In aller Regel ja. Im Außenbereich kann seit Dezember 2025 die Privilegierung nach § 35 BauGB ein Bebauungsplanverfahren ersparen: im räumlich-funktionalen Zusammenhang mit einer vorhandenen Erneuerbaren-Anlage, oder ab 4 MW im Umkreis von 200 Metern um eine Umspannanlage.14 Die Baugenehmigung selbst ersetzt das nicht — Schall-, Brandschutz- und Artenschutzgutachten gehören dazu. Und die Privilegierung ist je Gemeinde gedeckelt, was sie zu einem knappen Gut macht: Wer zuerst beantragt, verbraucht Kontingent, das dem nächsten fehlt.

Wie lange hält ein Batteriespeicher?

Die Auslegung geht von 15 bis 20 Betriebsjahren aus, Pachtverträge laufen meist über 20 bis 25 — die Differenz ist Absicht und deckt Austausch und Rückbau. Zellen altern nach zwei Mechanismen gleichzeitig: nach Zyklen und nach Zeit. Hersteller garantieren deshalb eine Restkapazität zu einem Stichtag, aber nur unter Bedingungen, die im Vertrag stehen: Temperaturfenster, C-Rate, Zyklen im Jahr. Wer diese Bedingungen in der Fahrweise verlässt, verliert nicht die Anlage, aber ihre Kalkulationsgrundlage.

Was passiert mit der Anlage nach Ende der Laufzeit?

Zwei Dinge, die auseinandergehalten gehören. Der Rückbau ist Vertragsbestandteil und über eine Sicherheit hinterlegt, damit er nicht am Flächeneigentümer hängen bleibt; die Fläche geht in dem Zustand zurück, in dem sie übernommen wurde. Was mit den Zellen geschieht — Weiterverwendung in weniger belastenden Anwendungen oder stoffliche Verwertung — entscheidet ein Markt, den es in dieser Größe noch nicht gibt. Das ist der ehrliche Stand, und mehr sagen wir dazu nicht.

Passt ein Speicher zu meinem Windpark?

Wenn der Anschluss es hergibt, ja. Am Windpark glättet der Speicher Prognosefehler und verstetigt die Einspeisung. Weil Wind weniger regelmäßig weht, als die Sonne scheint, braucht er für denselben Effekt mehr Kapazität als an einem Solarpark.

Lohnt sich ein Speicher an einer Biogasanlage?

Er entkoppelt die Fahrweise von der Vermarktung: Die Anlage kann wärmegeführt laufen, der Speicher übernimmt die Optimierung am Strommarkt. Ob es sich rechnet, hängt an Anschluss, Vergütung und Wärmekonzept — das rechnen wir für Ihre Anlage durch.

Was wird aus dem Anschluss eines stillgelegten Kraftwerks?

Er bleibt ein Netzverknüpfungspunkt mit Kapazität — und die ist knapp. Ein Speicher kann sie weiter nutzen; planungsrechtlich ist das oft einfacher, weil die Fläche bereits vorbelastet ist.

Quellen

Quellen zuletzt abgeglichen am

  1. Bundesnetzagentur | SMARD.de: Großhandelspreise Day-Ahead, Marktgebiet DE-LU, Stunden- und Viertelstundenauflösung (Lizenz CC BY 4.0). Stand 2026-09-12. Zur Quelle
  2. Bundesnetzagentur: Stromspeicher – Bestand Großbatteriespeicher (Marktstammdatenregister, Stand 15.10.2025). Stand 2025-10-15. Zur Quelle
  3. Modo Energy: Bericht zum Ausbau von Batteriespeichern in Deutschland – Kapazitätswachstum 2025. Stand 2026-02-04. Zur Quelle
  4. pv magazine Deutschland (Auswertung Marktstammdatenregister): Weniger neue Batteriespeicher 2025 installiert, aber mit mehr Kapazität. Stand 2026-01-06. Zur Quelle
  5. EPEX SPOT: 15-minute products live on EPEX SPOT Day-Ahead markets. Stand 2025-10-01. Zur Quelle
  6. Bundesnetzagentur: Feststellung des Netzreservebedarfs für den Winter 2025/2026 sowie den Betrachtungszeitraum April 2027 bis März 2028, Tabelle 1 (Nettonennleistung der Marktkraftwerke) und Tabelle 2 (Brennstoff- und CO2-Preise). Stand 2025-04-28. Zur Quelle
  7. Fraunhofer ISE: Pressemitteilung: Öffentliche Stromerzeugung 2025 — Wind und Photovoltaik erstmals an der Spitze (Angaben zur installierten Leistung). Stand 2026-01-01. Zur Quelle
  8. Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE: Status des Offshore-Windenergieausbaus in Deutschland, 1. Halbjahr 2026. Stand 2026-07-15. Zur Quelle
  9. Landesamt für Umwelt Brandenburg, nach Umweltbundesamt (2022): CO2-Emissionsfaktoren nach Energieträgern (LfU-T14). Stand 2025-02-28. Zur Quelle
  10. Bundesnetzagentur: Festlegungsverfahren zur Marktintegration von Speichern und Ladepunkten (MiSpeL), Az. 618-25-02. Stand 2026-08-05. Zur Quelle
  11. Bundesregierung: Kabinett beschließt EEG-Novelle und Netzanschlusspaket. Stand 2026-07-29. Zur Quelle
  12. Bundesgerichtshof: Pressemitteilung: Bundesgerichtshof billigt Baukostenzuschuss für Batteriespeicher (Beschluss vom 15.07.2025, EnVR 1/24). Stand 2025-07-15. Zur Quelle
  13. VDE FNN: Technische Anschlussregel Mittelspannung VDE-AR-N 4110:2023-09 (Entwurf Novelle E VDE-AR-N 4110:2024-11). Stand 2023-09. Zur Quelle
  14. Rödl & Partner (Erläuterung des Geothermiebeschleunigungsgesetzes): Batteriespeicher im Außenbereich – Privilegierung nach § 35 Abs. 1 Nr. 11 und 12 BauGB. Stand 2025-12-11. Zur Quelle

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