Leistungen

Rückbau & Repowering.

Wenn eine Solaranlage an ihr Ende kommt, bleibt das Wertvollste stehen: der Netzanschluss. Wir bauen die Anlage zurück, verwerten jedes Bauteil nach Vorschrift und geben Ihnen die Fläche mit allen Nachweisen zurück — oder bauen am selben Anschluss neu, auf Wunsch mit Speicher.

39,8GW1
Photovoltaik auf Freiflächen in Deutschland, Ende 2025
114t1
Module je Megawatt bei einer 20 Jahre alten Anlage
90–95%1
der Modulmasse lassen sich heute recyceln

Wann eine Solaranlage zurückgebaut wird

Nach 20 Jahren endet die Vergütung nach dem EEG, und oft läuft mit ihr der Pachtvertrag aus. Spätestens dann stellt sich die Frage: weiterbetreiben, erneuern oder zurückbauen.1

Zwei weitere Anlässe kommen hinzu: Schäden durch Hagel, Sturm oder Brand, nach denen sich eine Reparatur nicht mehr lohnt — und veraltete Module, deren Ersatz auf derselben Fläche spürbar mehr Ertrag bringt.

Für den Rückbau selbst gilt: Alle Bauteile werden fachgerecht demontiert und ordnungsgemäß entsorgt, die Fläche wird in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Wer im Außenbereich gebaut hat, hat sich dazu verpflichtet; die Pflicht ist finanziell abgesichert, etwa über eine Bürgschaft.

Was wir übernehmen

Ein Ansprechpartner von der Abschaltung bis zur Entsorgungsbescheinigung. Zurückgebaut wird in umgekehrter Reihenfolge des Baus.

  1. Bestandsaufnahme und Angebot

    Wir prüfen Anlage, Verträge und Rückbaupflichten und erheben vorab den Artenschutz. Danach steht ein Angebot.

  2. Abschalten und sicher trennen

    Abstimmung mit dem Netzbetreiber, Freischaltung, Sicherung der Baustelle. Auch ein zerbrochenes Modul erzeugt bei Licht Spannung — deshalb arbeiten hier Elektrofachkräfte.

  3. Demontage

    Erst Module und Kabel, vorsichtig, damit kein Glas bricht. Dann die gerammten Gestelle, Wechselrichter- und Trafostationen, zuletzt Fundamente, Zaun und Wege.

  4. Abtransport und Verwertung

    Module gehen als Elektroaltgeräte an zertifizierte Erstbehandlungsanlagen, Stahl, Aluminium, Kupfer und Beton in ihre eigenen Verwertungswege. Bei großen Anlagen wird direkt auf der Fläche gesammelt.

  5. Fläche zurückgeben

    Rekultivierung mit bodenkundlicher Begleitung, Schonzeiten für Bodenbrüter, wo nötig die Umsiedlung geschützter Arten. Die Fläche geht so zurück, wie sie übernommen wurde.

  6. Nachweise

    Seriennummernliste, Entsorgungsnachweise und das Zertifikat über die ordnungsgemäße Entsorgung — für Behörde, Verpächter und die Bank, die die Rückbaubürgschaft freigibt.1

Was ein Solarpark wiegt

Beispiel einer Freiflächenanlage mit 20 MWp. Jede Tonne braucht einen Weg.1

MaterialMenge
Sand, Kies, Schotter, Baustoffe8.134 t
Photovoltaikmodule2.272 t
Stahl1.660 t
Beton184 t
Elektrische und elektronische Geräte153 t
Aluminium86 t
Kupfer28 t
Sonstige Materialien7 t

Was mit den Modulen passiert

Photovoltaikmodule sind Elektroaltgeräte und fallen seit 2015 unter das Elektro- und Elektronikgerätegesetz.2 Sie gehören in eine zertifizierte Erstbehandlungsanlage, nicht in den Bauschutt.

Die meisten Altmodule gelten nicht als gefährlicher Abfall. Anders kann es bei Dünnschichtmodulen liegen, etwa mit Cadmiumtellurid — sie werden getrennt erfasst und behandelt. Das Glas geht an die Glasindustrie, die Metalle ins Metallrecycling.2 Zerbrochene Module sammeln wir so, dass nichts auf der Fläche zurückbleibt.

Heute lassen sich 90 bis 95 Prozent der Modulmasse recyceln. Für Module, die seit 2015 in Verkehr gebracht wurden, tragen die Hersteller die Kosten der Rücknahme; für ältere zahlt rechtlich der letzte Betreiber — in der Praxis nehmen kommunale Sammelstellen auch sie meist kostenlos an. Bei großen Anlagen richten Erstbehandler die Sammelstelle direkt an der Anlage ein.1

Repowering: Der Anschluss bleibt

Der Netzanschluss einer alten Anlage ist oft mehr wert als die Module darauf. Ein neuer Anschluss ist die teuerste und langwierigste Einzelposition eines Projekts — ein bestehender ist schon da.

Beim Repowering ersetzen wir veraltete Module und Komponenten durch neue: mehr Ertrag auf derselben Fläche, am selben Anschluss. Ob eine laufende EEG-Vergütung dabei erhalten bleibt, hängt vom Einzelfall ab; das prüfen wir, bevor das erste Modul abgeschraubt wird.

Und wo ein Anschluss frei wird oder nicht ausgelastet ist, passt ein Speicher dazu — Colocation: ein Anschluss, zwei Anlagen. Mehr dazu unter Utility — Großspeicher & Colocation.

Häufige Fragen zum Rückbau von Solaranlagen

Wer ist für den Rückbau eines Solarparks verantwortlich?

Der Betreiber. Die Pflicht ergibt sich aus der Genehmigung — bei privilegierten Anlagen im Außenbereich aus der Rückbauverpflichtung —, aus dem städtebaulichen Vertrag mit der Gemeinde und aus dem Pachtvertrag mit dem Eigentümer der Fläche. Sie ist finanziell abzusichern, etwa über eine Bürgschaft.1

Was kostet der Rückbau eines Solarparks?

Das hängt an Größe, Gestellen, Fundamenten und Zustand der Anlage. Das EU-Forschungsprojekt Quasar beziffert die Rückbaukosten für einen Solarpark mit 20 MW auf 75 bis 100 Euro je Kilowatt; in Durchführungsverträgen zu Bebauungsplänen sind oft nur 5 bis 31 Euro je Kilowatt angesetzt.1 Den Preis für Ihre Anlage nennen wir nach der Bestandsaufnahme.

Sind alte Solarmodule Sondermüll?

In der Regel nicht. Altmodule sind Elektroaltgeräte und meist als nicht gefährlicher Abfall einzustufen. Bei Dünnschichtmodulen, etwa mit Cadmiumtellurid, kann das anders sein; sie werden getrennt erfasst.2

Wer bezahlt die Entsorgung der Module?

Für Module, die seit 2015 in Verkehr gebracht wurden, die Hersteller. Für ältere Module trägt rechtlich der letzte Betreiber die Kosten; in der Praxis nehmen kommunale Sammelstellen auch sie meist kostenlos an.1 Was für Ihre Anlage gilt, klären wir in der Bestandsaufnahme.

Was passiert mit Glas, Metall und Beton?

Das Glas der Module geht an die Glasindustrie, die Metalle ins Metallrecycling, Folien in die energetische Verwertung.2 Stahl und Kupfer gehen ins Metallrecycling, Beton und Schotter als Bau- und Abbruchabfälle in ihre eigenen Verwertungswege.

Kann die Fläche danach wieder landwirtschaftlich genutzt werden?

Das ist das Ziel des Rückbaus: Die Fläche wird in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Hat sich in der Betriebszeit Dauergrünland oder ein geschütztes Biotop entwickelt, kann das kollidieren; einige Länder, etwa Mecklenburg-Vorpommern und Bayern, haben dafür Lösungen geschaffen.1 Wir klären das vor dem Rückbau.

Was ist Repowering?

Der Ersatz veralteter Module und Komponenten durch neue, um auf derselben Fläche und am selben Netzanschluss mehr Ertrag zu erzielen.1 Ob eine laufende EEG-Vergütung erhalten bleibt, prüfen wir vorab im Einzelfall.

Können Sie auch einen Speicher dazubauen?

Ja — das ist unser Kerngeschäft. Ein bestehender Netzanschluss ist der wertvollste Teil einer alten Anlage; ein Speicher daneben nutzt ihn ein zweites Mal. Wie das funktioniert, steht unter Colocation.

Quellen

Quellen zuletzt abgeglichen am

  1. Fachagentur Wind und Solar: Rückbau und Recycling von PV-FFA. Grundlagen, Vorgaben, Umsetzung (Kompaktwissen). Stand 2026-05. Zur Quelle
  2. Landtag Nordrhein-Westfalen, Antwort der Landesregierung: Müll der Zukunft – Was geschieht mit alten Photovoltaik-Anlagen? Drucksache 17/7492. Stand 2019-09-25. Zur Quelle

Kommt Ihre Anlage an ihr Ende?

Nennen Sie uns Standort, Leistung und Baujahr. Wir melden uns mit einer ersten Einschätzung, ob Rückbau, Repowering oder ein Speicher am Anschluss am meisten bringt.

Rückbau anfragen