Wasserstoff und Langzeitspeicherung
Batterien lösen Stunden, nicht Wochen. Für den saisonalen Ausgleich und für Sektoren, die sich schwer elektrifizieren lassen, bleibt Wasserstoff die aussichtsreichste Option — und die vorhandene Gasinfrastruktur ein erheblicher Vorteil.
Für unsere Projekte ist er derzeit ohne Bedeutung. Die Kostenlücke zum Batteriespeicher ist im Stundenbereich zu groß, und der Hochlauf der Elektrolyse verläuft langsamer als geplant.
Mechanische und thermische Langzeitspeicher
Schwerkraft-, Druckluft- und Wärmespeicher lösen Aufgaben, für die Batterien schlecht geeignet sind: sehr lange Entladedauern, sehr viele Zyklen, sehr niedrige Kosten je Kilowattstunde bei hoher Leistungsklasse.
Sie sind stark standortgebunden — Kavernen, Bergwerke, vorhandene Kraftwerksstandorte. Wir beobachten sie als Systembausteine, nicht als Alternative auf einer Freifläche.
Thorium-Flüssigsalzreaktoren
Der Versuchsreaktor TMSR-LF1 in Wuwei (Provinz Gansu) mit 2 MW thermischer Leistung erreichte am 11. Oktober 2023 erstmals Kritikalität, wurde im Oktober 2024 als weltweit erster Flüssigsalzreaktor mit Thorium beladen und meldete am 1. November 2025 die Umwandlung von Thorium in spaltbaren Brennstoff.1
Zur Einordnung zwei Präzisierungen, weil sie oft falsch wiedergegeben werden: Das Salzstopfen-Prinzip macht den Reaktor passiv sicher gegen eine Kernschmelze — bei Überhitzung schmilzt ein Stopfen und der flüssige Brennstoff fließt in einen Auffangbehälter. Das ist etwas anderes als die Aussage, eine Kernschmelze sei unmöglich. Und die häufig genannten 300 Jahre sind keine Halbwertszeit, sondern die Zeitspanne, nach der die Radiotoxizität des Abfalls auf Umgebungsniveau abgesunken ist.
Für Batteriespeicherprojekte hat das keine Relevanz. Wir führen es hier, weil ein verfügbarer, regelbarer Grundlastblock das Preisgefüge verändern würde, an dem unsere Erlösmodelle hängen — frühestens in den 2040er Jahren.