Jeder Begriff mit Definition, mit dem Grund, warum er zählt, und mit den Seiten, auf denen er angewendet wird. Im Fließtext der übrigen Seiten sind diese Begriffe unterpunktet.
Arbitrage
Definition
Laden, wenn Strom günstig ist, und einspeisen, wenn er teuer ist – am Day-Ahead- und Intraday-Markt. Der Ertrag entspricht der Preisdifferenz abzüglich Verlusten und Kosten.
Warum es zählt
Arbitrage ist das Erlösmodell, das mit dem Ausbau von Photovoltaik wächst: Je stärker der Mittagspreis fällt, desto größer der Spread.
Erwerb einzelner Vermögensgegenstände und Verträge statt der Gesellschaft. Jeder Vertrag muss einzeln übertragen werden, oft mit Zustimmung der Gegenseite.
Warum es zählt
Ein Asset Deal vermeidet Altlasten einer Gesellschaft, ist aber bei Projekten mit vielen Verträgen aufwendiger.
Einmaliger Beitrag des Anschlussnehmers zu den Netzkosten, berechnet nach dem Leistungspreismodell der Bundesnetzagentur. Seit dem BGH-Beschluss vom Juli 2025 ist er auch für Batteriespeicher zulässig.
Warum es zählt
Der BKZ kann bei ungünstigen Netzverhältnissen einen zweistelligen Prozentsatz der Investition ausmachen und ein Projekt kippen.
Antrag an die Baubehörde, einzelne Fragen der Genehmigungsfähigkeit vorab verbindlich zu klären, etwa die planungsrechtliche Zulässigkeit im Außenbereich. Ergebnis ist ein Bauvorbescheid.
Warum es zählt
Ein positiver Bauvorbescheid ist ein früher, belastbarer Nachweis für Investoren, bevor die vollständige Genehmigung vorliegt.
Anlagen hinter dem Zähler eines Verbrauchers, etwa auf einem Werksgelände. Sie senken zuerst die eigene Stromrechnung und werden nur zusätzlich vermarktet.
Warum es zählt
Der Wert eines Behind-the-Meter-Speichers hängt am Lastgang des Standorts, nicht am Strommarkt.
Battery Energy Storage System: ein netzgekoppelter Batteriespeicher aus Zellen, Batteriemanagement, Wechselrichtern, Transformator und Steuerung. Im Sprachgebrauch steht BESS für den stationären Großspeicher ab etwa einem Megawatt.
Warum es zählt
Ein BESS wird nach Leistung (MW) und Kapazität (MWh) beschrieben; das Verhältnis beider Größen bestimmt, welche Märkte es bedienen kann.
Leistungsanteil, der keine Arbeit verrichtet, aber für die Spannungshaltung im Netz nötig ist. Wechselrichter können Blindleistung bereitstellen oder aufnehmen.
Warum es zählt
Die VDE-AR-N 4110 schreibt Blindleistungsfähigkeit am Netzverknüpfungspunkt vor; sie ist Teil jeder Anlagenzertifizierung.
Speicher und Erzeugungsanlage (meist Photovoltaik oder Wind) teilen sich einen Netzverknüpfungspunkt. Der Speicher kann aus der Anlage oder, je nach Konzept, auch aus dem Netz laden.
Warum es zählt
Colocation nutzt vorhandene Netzanschlüsse, senkt Anschlusskosten und verschiebt Erzeugungsspitzen in Hochpreisstunden. Das Netzanschlusspaket 2026 sieht für solche Speicher einen vorrangigen Anschluss vor.
Die Auktion für Strom des Folgetages, geräumt am Vortag um 12 Uhr. Seit dem 1. Oktober 2025 wird das Marktgebiet Deutschland/Luxemburg in 96 Viertelstunden statt in 24 Stunden geräumt.
Warum es zählt
Es ist der Markt, an dem Arbitrage mit einem Speicher stattfindet, und der Preis dort entsteht nach der Merit-Order. Kürzere Produkte bedeuten mehr Preisbewegung innerhalb des Tages — und damit eine andere Rechnung für die C-Rate.
Die kleinste Einheit des Liegenschaftskatasters, bezeichnet durch Gemarkung und Flurstücksnummer. Flächen werden über Flurstücke gesichert, gepachtet und beantragt.
Warum es zählt
Für eine erste Standortprüfung genügen Gemarkung und Flurstücksnummer; daraus lassen sich Lage, Größe und Netznähe ableiten.
Kaufvertrag über ein Projekt, der vor Erreichen der Baureife geschlossen wird. Der Kaufpreis wird an Meilensteine gebunden, der Übergang erfolgt bei Erfüllung definierter Bedingungen.
Warum es zählt
Forward-Strukturen geben dem Entwickler Sicherheit über den Abnehmer und dem Investor Zugriff auf Pipeline vor dem Wettbewerb.
Was eine zusätzliche Megawattstunde kostet, wenn die Anlage ohnehin läuft: Brennstoff geteilt durch Wirkungsgrad, plus CO2-Preis mal Emissionsfaktor geteilt durch Wirkungsgrad, plus variable Betriebskosten. Investition und Abschreibung zählen nicht mit.
Warum es zählt
Weil Wind und Photovoltaik keinen Brennstoff haben, sind ihre Grenzkosten null — daraus folgt alles Weitere. Und weil der Wirkungsgrad im Nenner steht, entscheidet er mit über die Reihenfolge: Ein alter Block fährt teurer als ein neuer desselben Energieträgers. Nachrechnen lässt sich das am Merit-Order-Schnitt.
Betriebsweise von Wechselrichtern, die Spannung und Frequenz selbst vorgeben, statt einem bestehenden Netz zu folgen. Netzbildende Speicher können Momentanreserve liefern und Netze stabilisieren.
Warum es zählt
Mit dem Rückgang rotierender Kraftwerke werden netzbildende Fähigkeiten zur Anforderung, nicht zur Option.
Der zeitliche Verlauf des Strombezugs eines Standorts, in Deutschland als Viertelstundenwerte gemessen. Er ist die Datengrundlage jeder Behind-the-Meter-Auslegung.
Warum es zählt
Ohne Lastgang lässt sich weder Speichergröße noch Einsparung seriös berechnen.
Die Einsatzreihenfolge der Kraftwerke: Sie werden aufsteigend nach Grenzkosten abgerufen, bis die Nachfrage gedeckt ist. Das teuerste noch benötigte Kraftwerk setzt den Preis — für alle, auch für die billigeren.
Warum es zählt
Sie erklärt, warum ein Speicher mittags billig lädt und abends teuer einspeist, ohne dass sich an der Anlage etwas ändert. Der Merit-Order-Schnitt zeigt die Kurve mit Reglern für Last, Einspeisung, Gaspreis und CO2-Preis.
Festlegung der Bundesnetzagentur zur Marktintegration von Speichern und Ladepunkten. Sie erlaubt Speichern, Grünstrom aus geförderten Anlagen und Netzstrom gemischt zu nutzen, ohne die EEG-Förderung zu verlieren.
Warum es zählt
MiSpeL macht Colocation mit geförderten PV-Anlagen deutlich flexibler; Inkrafttreten zum 1. Oktober 2026 vorgesehen.
Stunden, in denen der Börsenpreis unter null fällt: Wer Strom abnimmt, bekommt Geld dafür. Das passiert, wenn die Einspeisung die Last übersteigt und Erzeuger lieber zahlen, als abzuschalten.
Warum es zählt
Unter null gilt keine Grenzkostenlogik mehr, sondern die Zahlungsbereitschaft dafür, am Netz zu bleiben — technische Mindestlast, Wärmelieferung, Förderregeln. Für einen Speicher ist das die günstigste Stunde des Tages, und je mehr Speicher am Netz sind, desto seltener wird sie. Beides lässt sich am Merit-Order-Schnitt nachstellen.
Verbindliche Bestätigung des Netzbetreibers, dass eine Anlage mit bestimmter Leistung an einem bestimmten Netzverknüpfungspunkt angeschlossen werden kann. Sie folgt auf die Netzverträglichkeitsprüfung.
Warum es zählt
Die Zusage ist der wertvollste Einzelbaustein eines Projekts: Ohne sie gibt es weder Baurecht mit Substanz noch ein Finanzmodell.
Die physische Stelle, an der eine Kundenanlage an das Netz des Netzbetreibers angeschlossen wird. Der Netzbetreiber legt ihn fest, nicht der Anschlussnehmer.
Warum es zählt
Entfernung und Netzebene des Netzverknüpfungspunkts entscheiden über Anschlusskosten und Machbarkeit eines Standorts.
Kappen von Lastspitzen im Strombezug eines Standorts durch einen Speicher, der in Spitzenzeiten entlädt. Ziel ist ein niedrigerer Leistungspreis im Netzentgelt.
Warum es zählt
Für Industriekunden mit hohem Leistungspreis ist Peak Shaving oft der wirtschaftlichste Anwendungsfall eines Speichers.
Anordnung des Netzbetreibers, Einspeisung oder Bezug einzelner Anlagen zu verändern, um Netzengpässe zu vermeiden. Die Kosten dafür tragen alle Netzkunden über die Netzentgelte.
Warum es zählt
2025 kostete das Netzengpassmanagement rund 3,1 Mrd. Euro; Speicher an engpassnahen Standorten können solche Eingriffe reduzieren.
Reserven zur Frequenzhaltung, die die Übertragungsnetzbetreiber beschaffen: Primärregelleistung (Sekunden), Sekundärregelleistung (Minuten) und Minutenreserve. Batteriespeicher sind wegen ihrer Reaktionszeit besonders für PRL und SRL geeignet.
Warum es zählt
Regelenergie war lange die wichtigste Erlösquelle von Speichern; mit wachsendem Speicherbestand sinken die Preise, weshalb Vermarkter heute mehrere Märkte kombinieren.
Baureife: Fläche gesichert, Netzanschlusszusage erteilt, Baurecht erlangt, technische Auslegung abgeschlossen. Ab diesem Punkt fehlt nur noch die Entscheidung, zu bauen.
Warum es zählt
RtB ist die Stufe, auf der Projektentwickler typischerweise an Investoren übergeben, weil die Entwicklungsrisiken abgearbeitet sind.
Fähigkeit einer Anlage, ohne Spannung aus dem Netz anzulaufen und ein Teilnetz wieder aufzubauen. Für Batteriespeicher technisch möglich, aber gesondert zu planen.
Warum es zählt
Schwarzstartfähigkeit ist ein Nischenprodukt mit hoher Anforderung an Steuerung und Schutztechnik; sie lohnt nur, wenn ein Netzbetreiber sie nachfragt.
Erwerb der Anteile an der Projektgesellschaft. Der Käufer übernimmt die Gesellschaft mit allen Rechten, Verträgen und ihrer Historie.
Warum es zählt
Der Share Deal ist bei Speicherprojekten die übliche Übergabeform, weil Genehmigungen und Netzanschlussverträge nicht einzeln übertragen werden müssen.
Die Differenz zwischen niedrigem und hohem Strompreis innerhalb eines Zeitraums, meist eines Tages. Der tägliche Spread bestimmt den Arbitrage-Ertrag je Zyklus.
Warum es zählt
Erlösprognosen für Speicher sind im Kern Spread-Prognosen; historische Spreads sind keine Zusage künftiger Erträge.
Special Purpose Vehicle: eine eigens für ein Projekt gegründete Gesellschaft, meist eine GmbH, die Fläche, Netzanschluss, Genehmigungen und Verträge hält. Sie kapselt Risiken und ist das Objekt eines Share Deals.
Warum es zählt
Institutionelle Investoren erwarten je Projekt eine eigene Gesellschaft ohne fremde Historie.
Technische Anschlussregel für Kundenanlagen am Mittelspannungsnetz (1 bis 60 kV), einschließlich Speichern. Sie regelt Anforderungen, Nachweise und den Zertifizierungsprozess vom Einheitenzertifikat bis zur Konformitätserklärung.
Warum es zählt
Ohne Anlagenzertifikat nach VDE-AR-N 4110 gibt es keine Inbetriebsetzung am Mittelspannungsnetz. Der Prozess dauert Monate und gehört früh in den Zeitplan.
Betreiber der Nieder-, Mittel- und Hochspannungsnetze, an die Speicher bis etwa 100 MW üblicherweise angeschlossen werden. Er bearbeitet die Netzanschlussanfrage und stellt die Netzanschlusszusage aus.
Warum es zählt
Der Verteilnetzbetreiber ist der wichtigste Ansprechpartner in der Entwicklung; seine Verfahren und Fristen bestimmen den Zeitplan.
Ermöglicht flexible Netzanschlussvereinbarungen: Der Netzbetreiber darf anschließen, obwohl die Netzkapazität nicht jederzeit ausreicht, wenn der Anschlussnehmer Einspeisung oder Bezug in Engpasssituationen begrenzt.
Warum es zählt
Für Speicher ist das der Weg, eine Warteschlange zu umgehen: früherer Anschluss gegen begrenzte Verfügbarkeit.
Regelt, welche Vorhaben im Außenbereich privilegiert zulässig sind. Seit Dezember 2025 sind Batteriespeicher im räumlich-funktionalen Zusammenhang mit EE-Anlagen (Nr. 11) und größere Speicher nahe Umspannwerken (Nr. 12) privilegiert.
Warum es zählt
Die Privilegierung erspart in vielen Fällen einen Bebauungsplan und damit Monate bis Jahre Verfahrenszeit.
Betreiber des Höchstspannungsnetzes: 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW. Sehr große Speicher schließen direkt hier an; die ÜNB beschaffen außerdem Regelenergie und ordnen Redispatch an.
Warum es zählt
Für Speicher in Bayern ist TenneT der zuständige Übertragungsnetzbetreiber; Regelenergiemärkte werden von den vier ÜNB gemeinsam betrieben.